Puszta in Kroatien gewinnt

Veröffentlicht: 13/06/2011 in Kroatien
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Die kroatische Puszta „Pustara Višnjica“ in der Gemeinde Sopje bei Slatina ist der nationale Gewinner für den Wettbewerb „Herausragende europäische Reiseziele“ (EDEN) 2010/2011. Bis vor fünf Jahren war das ein vernachlässigter und devastierter Gebäudekomplex, Sitz eines maroden Landwirtschaftsunternehmens mit Araber-Gestüt, während es heute eine der schönsten touristischen Destinationen in Slawonien ist. Die „Pustare“ – Einöden und Weideland, in Ungarn Puszta genannt – wurden im 18. und 19. Jh im Rahmen der Österreichisch-ungarischen Monarchie organisiert besiedelt und als fast selbständige Wohn- und Lebensgemeinschaften eingerichtet. Heute gehören sie zum Erbe Slawoniens und dieses Teils Europas. Pustara ist ein grossflächiges landwirtschaftliches Gebiet, das nicht bearbeitet sondern für Viehzucht und Grasung im Reiseziel Kroatien benutzt wird. Višnjica ist die erste Pustara in Slawonien, die in vollem Umfang erneuert wird, wofür bisher mehr als 5 Millionen Euro investiert wurden. Nach Fertigstellung des Ausbaus, wird die Pustara neun Themenparks haben, unter denen z.B.Stribors Wald, Garten der guten Nachbarn oder Keltischer Garten. Pustara Višnjica bietet neben den Unterkunftsmöglichkeiten auch einen Konferenzraum an, autenthische slawonische Küche, ein Gestüt mit etwa 70 Pferden, und ausserdem werden hier Damhirsche, Mufflone und Heilkräuter gezüchtet. Die Gastgeber veranstalten eintägige Ausflüge in den Naturpark Papuk oder an den Fluss Drau, Reitschule und Pferdevermietung, Quad- und Fahrradfahrten, Radreisen, Paintball, verschiedene Workshops und andere der Jahreszeit angepasste Aktivitäten. Pustara Višnjica wird zum ersten Mal Mitte des 19. Jh als Landwirtschaftsgut erwähnt. Zur Zeit des wirtschaftlichen und demografischen Aufschwungs war das Gut im Besitz zweier Adelsgeschlechter, der deutschen Fürstenfamilie Schaumburg-Lippe, am bekanntesten weil sie in Slatina die erste Produktion von Schaumwein in Kroatien begonnen hat, und der Grafen Drašković (Ivan Drašković), die hier sehr schnell eines der entwickeltesten Landgüter dieser Art in Slawonien geschaffen haben. Dank diesen Voraussetzungen entwickelte sich Višnjica kontinuierlich: am Anfang des 20 Jh. war die Pustara bereits zu einer Siedlung mit 200 Einwohnern ausgewachsen und stellte das Musterbeispiel der nachhaltigen Entwicklung dar. Pustara Višnjica war eines der reichsten Landgüter in diesem Teil Slawoniens. Für die Bedürfnisse der Siedlungsbewohner gab es auf dem Landgut eine Grundschule, ein Geschäft und eine Ambulanz. Regelmässig wurden gesellschaftlich-kulturelle Ereignisse wie Kino- oder Theateraufführungen veranstaltet, und auch Sportinhalte angeboten, vom Bowling bis zur Errichtung verschiedener Sportplätze. Es ist interessant anzumerken, dass der Strom, der zu jener Zeit für die Betriebe und die Haushalte benötigt wurde, aus erneuerbaren Quellen auf dem Gut erzeugt wurde. Auf dem Landbesitz entstand auch eine Fabrik alkoholischer Getränke, die bis zu den 60-er Jahren des vorigen Jahrhunderts in Betrieb war. Die zweite Hälfte des 20. Jh prägte eine grosse Auswanderungswelle der Bevölkerung. Anfang 2005 kam das Landgut Visnjica in den Besitz eines privaten Eigentümers. Um sein Ziel zu erreichen, nämlich das in diesem Teil Europas einzigartige Araber-Gestüt zu retten und wiederzubeleben, begann der neue Eigentümer mit dem Wiederaufbau der Pustara. Das Projekt EDEN (European Destination of Excellence) wurde 2005 initiert und gründet auf den nationalen Wettbewerben, die zur Auswahl des herausragenden Reiseziels für jedes Land führen, wobei das Hauptziel ist, auf die Werte, Unterschiede und gemeinsame Merkmale europäischer Reiseziele aufmerksam zu machen, und die preisgekrönten Destinationen dann zu vernetzen.

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